Jojo Moyes: Ein ganz neues Leben

Als vor einigen Jahren der Bestseller „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes herauskam, habe ich das Buch verschlungen und geliebt. Natürlich ist das nur eine Vermutung von mir, aber ich glaube, dass die Autorin einen Roman vorgesehen hatte und dann passiert es leider immer wieder. Wenn etwas, egal ob Buch oder Film, besonders erfolgreich ist, dann muss eine Fortsetzung her.

Als „Ein ganz neues Leben“ herauskam, war das das erste was mir in den Sinn kam, deshalb habe ich mir das Buch nicht sofort besorgt, sondern bin immer wieder drum rum geschlichen und irgendwann konnte ich dann doch nicht widerstehen, schließlich war mir Louisa ans Herz gewachsen und ich wollte einfach wissen wie es mit ihr weitergeht.

Also habe ich das Buch gekauft, begeistert angefangen es zu lesen und dann lag es auf meinem Nachtkästchen und lag da und staubte an und wurde nicht mehr gelesen und verschwand im Bücherregal. So lange bis vor wenigen Wochen der dritte Band „Mein Herz in zwei Welten“ erschien. Plötzlich hatte ich jede Menge Motivation das Buch zu lesen. Schließlich hatte ich den Blog wieder gestartet, das nächste Buch war in den Startlöchern und irgendwie hatte ich doch etwas Sehnsucht nach der Geschichte von Louisa Clark.

Abschließend muss ich sagen, ich habe es nicht bereut und weiß nicht, warum es so lange ungelesen herumlag. Das Buch ist zwar das Schwächste der Trilogie, aber mir hat es trotzdem sehr gut gefallen. Im ersten Band geht es ja darum, dass Louisa Clark einen Job annimmt bei dem sie Will Traynor, der einen Unfall hatte, im Rollstuhl sitzt und außer seinem Kopf nichts mehr bewegen kann, ein halbes Jahr lang als Assistentin unterstützen soll. So lange bis er seinem Leben ein Ende macht. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Louisa kann Will trotzdem nicht davon abhalten seinen Plan durchzuziehen.

Im zweiten Band ist sie nun alleine. Die Zeit mit Will hat sie erwachsener gemacht und er hat ihr die Augen geöffnet. Will hat der unbedarften Louisa gezeigt, dass es noch mehr auf der Welt gibt als die Kleinstand in der Nähe von London in der sie lebt. Jetzt hat sie ein kleines Appartement, das sie sich mit dem Geld gekauft hat, dass Will ihr hinterlassen hat, hat einen Kellnerinnen-Job am Flughafen und merkt, dass sie immer noch keinen ihrer Träume verwirklicht hat.

Um das Leben noch komplizierter zu machen, lernt sie plötzlich jemanden kennen, der ihren tristen Alltag heftig durcheinanderwirbelt und auch ihre Gedanken zu Will wieder in den Vordergrund rücken. Das gute daran ist, dass sie wieder neuen Lebensmut tankt und aus der Lethargie erwacht.

Tatsächlich merkt man, dass die Protagonistin viel erlebt hat und mittlerweile ganz anders reagiert als es das naive Ding im ersten Band getan hätte. Das finde ich Klasse, denn Jojo Moyes schafft es, in einem leichten Roman etwas durchaus „schweres“ unterzubringen. Auch finde ich die Figuren wieder sehr gelungen. Ich habe mit Louise mitgefiebert und mitgelitten. Auch die anderen Figuren sind einfach klasse.

Es hat wieder Spaß gemacht, Louisa in London zu begleiten. Die Missgeschicke mitzuerleben, die schwierigen Situationen, aber auch die lustigen und herzlichen. „Ein ganz neues Leben“ ist ein unterhaltsamer Roman, den ich mir gut als Urlaubslektüre vorstellen kann, vor allem wenn man nach London unterwegs ist, bei mir war er Bettlektüre und auch das hat wunderbar funktioniert. Außerdem kann ich die Kategorie „Spiegelbestseller“ in der Reading Challenge 2018 abstreichen.

Infos:

„Ein ganz neues Leben“ von Jojo Moyes ist im Wunderlich Verlag erschienen. (2015)

528 Seiten

ISBN-13: 978-3499291395

Das Hardcover kostet 19,95 Euro.

Das Taschenbuch kostet 10,99 Euro und die E-Book-Ausgabe 9,99 Euro.

Bestsellerpotential?

Absolut. Bester Rang in den Bestsellercharts: 1 in Ausgabe 41 / 2015 (Hardcover Belletristik). Ebenso ist das Taschenbuch, das 2017 erschienen ist auf den erste Platz geklettert: Rang 1 in Ausgabe 32 / 2017 (Taschenbuch).

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„Gut gegen Nordwind“ wird verfilmt

Der E-Mail-Roman von Daniel Glattauer gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Langsam, mit leisem Humor und starken Gefühlen erzählt er die Geschichte von zwei Fremden, die sich über eine verirrte E-Mail kennen lernen und ihre Leben sich kreuzen – auch in der Realität. Eine absolute Leseempfehlung und da das Buch bei mir immer noch im Regal steht, werde ich es mir mal wieder schnappen.

Auf der Seite der Neuen Ruhrzeitung (NRZ) habe ich heute die Meldung gelesen, dass das Buch für das Kino verfilmt wird – mit Nora Tschirner in einer der Hauptrollen und dass 800 Komparsen gesucht werden. Allerdings in Düsseldorf, denn dort wird wohl in den kommenden Wochen gedreht.

Den männlichen Part soll Alexander Fehling übernehmen und ich bin wirklich gespannt wie der Film am Ende wird, denn es gibt ja Themen, die eignen sich besser fürs Lesen, andere dagegen muss man zeigen. Bislang dachte ich, dass gerade diese schöne E-Mail-Korrespondenz dem Buch vorbehalten bleiben müsste, wenn ich dann aber wieder etwas in meinem Gedächtnis krame, muss ich ja zugeben, dass es das mit den E-Mails auch schon in Hollywood gab: „E-Mail für dich“ mit Tom Hanks und Meg Ryan, ein schnulziger Liebesfilm, der tatsächlich schon 20 Jahre auf dem Buckel hat!

Das Buch von Daniel Glattauer ist ehrlicherweise auch nicht ganz neu, sondern von 2006 also auch schon zwölf Jahre alt. Ich bin auf jeden Fall gespannt was dabei herauskommt. Laut dem Artikel der NRZ soll der Film von Mitte April bis Anfang Juni in Düsseldorf und Umgebung gedreht werden. Dazu braucht das Filmteam aber noch 800 Komparsen, darunter Männer, Frauen und Kinder. Das Casting ist am Samstag Nachmittag, alle Infos gibt’s auf der Seite der NRZ. Vielleicht geht ja jemand hin und kann dann über die Dreharbeiten berichten?

Quelle:

NRZ (Neue Ruhrzeitung)

Für’s Lesen werben

Die Leipziger Buchmesse beginnt morgen. Leider fahre ich nicht hin, obwohl ich es mir schon so oft vorgenommen habe. Vielleicht nächstes Jahr und dann nehme ich eine gute Freundin aus dem hohen Norden mit, die auch jedes Jahr auf’s Neue seufzt, dass sie es wieder nicht geschafft hat. Wie in jedem Jahr gibt es im Vorfeld viel Berichterstattung und  das Lesen ist bei uns immer noch so wichtig, dass sich unsere Bundeskanzlerin persönlich zu Wort meldet.

Sie will „Für’s Lesen werben“, weist darauf hin wie wichtig lesen ist und empfiehlt Goethe und Schiller, heißt es in verschiedenen Medien. Doch kann man eigentlich werben, dass jemand liest?

Schwierig. Entweder liest man gerne oder nicht. Das „Werben“ müssen aus meiner Sicht die Eltern übernehmen und Kindern schon früh zeigen, welche tollen Welten, Figuren und Geschichten sie in Büchern entdecken können. Ich habe so lange ich denken kann immer schon gerne und auch viel gelesen, meistens parallel mehrere Bücher, eine Zeit lang wirklich nur eins nach dem anderen. Manchmal um die 70 pro Jahr, manchmal nur 17. Je nachdem wie viel Zeit ich anderen Hobbies gewidmet habe.

Dieses Jahr habe ich schon sehr viel gelesen, weil ich etwas mehr Zeit habe als in den vergangenen Jahren, aber auch weil ich mir die Zeit genommen habe. Aber nochmal zurück zu den Leseanfängern. Bei mir hat es tatsächlich geklappt, weil meine Mutter mir jeden Tag eine Geschichte erzählt hat. Sie hat tatsächlich nicht vorgelesen, sondern sich ständig neue spannende Abenteuer ausgedacht. Ich habe immer Bücher bekommen und wollte dann auch unbedingt schnell lesen können, deshalb hat es mir meine Mutter auch beigebracht bevor ich in die Schule gekommen bin. Auch in die Bücherei wollte ich ständig und habe den Ausweis meines Vaters bekommen.

Meine Erfahrung mit dem Lesen war also eine sehr positive. Es gab tatsächlich auch nie eine Zeit in der ich gar nicht gelesen habe. Bei einer Freundin war es ganz anders. Sie hat sich mit dem Lesen sehr schwer getan, wurde dann von ihren Eltern gezwungen jeden Tag so und so viele Seiten zu lesen und hatte da überhaupt keine Lust dazu. Heute schaut sie nur in Magazine, durch diese negative erste Erfahrung ist sie nicht zur Bücherratte geworden.

Werben für’s Lesen heißt aus meiner Sicht den Eltern gute Bücher zeigen, die sie mit ihren Kindern entdecken können, dann lässt sich der Spaß am Lesen hoffentlich nicht mehr los. Aber vielleicht habt ihr ja andere Erfahrungen gemacht und seid erst über Umwege zur Literatur gekommen? Ich freue mich über eure Geschichte.

365 Bücher von starken Frauen

Viele_Buecher

Deutschland ist eins der modernsten Länder, wir haben eine Bundeskanzlerin, viele Frauen in Chefpositionen, trotzdem gibt es noch viele Bereiche in denen es hakt. Man nehme zum Beispiel die berühmte  „Lohnlücke“ auf die der Equal Pay Day vor knapp zwei Wochen aufmerksam gemacht hat.

Auch mit Blick auf die Literatur gibt es mehr Autoren als Autorinnen – außer in manchen Genres wie Liebesroman – vor allem wenn man weiter in Zeit zurück geht.

Die New York Public Library hat zum Internationale Frauentag in diesem Jahr (8. März) eine Liste mit 365 Büchern von Autorinnen erstellt. Die Links auf der Seite führen natürlich in den Katalog der New Yorker Bücherei, die Liste fand ich aber trotzdem sehr interessant und hoffe ich kann einige gute Sachen entdecken. Klar, kommen ein paar bekannte Namen vor, aber viele der Autorinnen sagen mir erstmal nichts, also freue ich mich über neuen Input.

Literaturlinks der Woche

„Der kleine Wassermann“ ist wieder da

Bestsellerautorin Katja Kullmann musste am Essen sparen

Dieser Schwabe spart nicht mit Worten

Staatsanwalt lässt junge Kriminelle lesen

Digitaler Umbruch: Liest du 2025 noch ein gedrucktes Buch?

Thomas Bernhard: Nur Schimpansen rezensieren

Interview mit Kristof Magnusson über Buchmessegastland Island

Gratisbuchaktion in Wien und Berlin mit Werk von Llosa

Studie: Harry Potter gegen Melancholie

Charts 24/2011 – Taschenbuch

Belletristik

1. Nele Neuhaus: „Wer Wind sät“ ↔

2. Lucinda Riley: „Das Orchideenhaus“  ↔

3. David Nicholls: „Zwei an einem Tag“

4. Monika Peetz: „Die Dienstagsfrauen“ ↔

5. Sebastian Fitzek: „Der Augensammler“ ↑ (26)

24. Simon Beckett: „Tiere“ ↓ (18)

Sachbuch

1. Eckhart von Hirschhausen: „Glück kommt selten allein…“ ↔

2. Stéphane Hessel: „Empört euch“ ↔

3. Manfred Lütz: „Irre – wir behandeln die Falschen“ ↔

4. Frau Freitag: „Chill mal, Frau Freitag“  ↔

5. Barney Stinson & Matt Kuhn: „Der Bro Code“ ↑ (6)

6. Axel Lilienblum & Anna Koch: „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“ ↓ (5)

 12. Martin Doerry & Markus Verbeet: „Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?“ ↓ (11)

Quelle: spiegel.de (Stand 08. 06. 2011)

Charts 24/2011 – Hardcover

Sachbücher

1. Dieter Nuhr: „Der ultimative Ratgeber für alles“ ↔

2. Helmut Schmidt: „Religion in der Verantwortung“ ↑ (4)

3. Margot Käsmann: „Sehnsucht nach Leben“ ↓ (2)

4. Walter Kohl: „Leben oder gelebt werden“ ↑ (6)

5. Carlo Pedersol: „Bud Spencer“ ↑ (7)

Belletristik

1. Volker Klüpfel, Michael Kobr: „Schutzpatron“ ↑ (4)

2. Susan Peters: „Der schönste Fehler meines Lebens“ ↔

3. Donna Leon: „Auf Treu und Glauben“ ↓ (1)

4. Kirstin Cast & P.C. Cast: „Versucht (House of Cast 6)“ ↓ (3)

5. Karen Rose: „Todesstoß“ ↔

14. Rita Falk: „Winterkartoffelknödel“ ↑ (17)

Quelle: spiegel.de (Stand 16.06.2011)

Charts 23/2011 – Hardcover

Bei den Hardcovern hat sich etwas getan. Allerdings sind die Neueinstiege in die Top 5 der Belletristik nicht überraschend. Klar, dass der neue Krimi um Kultpolizist Kluftinger sofort auf Platz 4 schießt und auch dass sich Donna Leon gleich 30 Plätze nach vorne schiebt, ist sicher kein Zufall. Ich freue mich auf beide Bücher. Bin ich doch bekennender Kluftinger und Brunetti-Fan!

Sachbücher

1. Dieter Nuhr: „Der ultimative Ratgeber für alles“ ↔

2. Margot Käsmann: „Sehnsucht nach Leben“ ↔

3. Wolfgang Büscher: „Hartland“ ↑ (8)

4. Helmut Schmidt: „Religion in der Verantwortung“ ↓ (3)

5. Joachim Fuchsberger: „Altwerden ist nichts für Feiglinge“ ↑ (6)

 

Belletristik

1. Donna Leon: „Auf Treu und Glauben“ ↑ (30)

2. Susan Peters: „Der schönste Fehler meines Lebens“ ↑ (3)

3. Kirstin Cast & P.C. Cast: „Versucht (House of Cast 6)“ ↓ (1)

4. Volker Klüpfel, Michael Kobr: „Schutzpatron“ NEU!

5. Karen Rose: „Todesstoß“ ↓ (2)

Quelle: spiegel.de (Stand 31. 05. 2011)

Charts 23/2011 – Taschenbuch

In dieser Woche ganz klar: Da bewegt sich nix. Fast wie festgetackert wirken die Charts. Gut für mich, denn auf den ersten Plätzen halten sich gerade viele ziemlich dicke Schmöker. Ich brauche also noch ein bisschen Zeit, bis ich mich da durchgekämpft habe!

Belletristik

1. Nele Neuhaus: „Wer Wind sät“ ↔

2. Lucinda Riley: „Das Orchideenhaus“  ↔

3. David Nicholls: „Zwei an einem Tag“

4. Monika Peetz: „Die Dienstagsfrauen“ ↔

5. Frank Schätzing: „Limit“ ↔

18. Simon Beckett: „Tiere“ ↑ (24)

Sachbuch

1. Eckhart von Hirschhausen: „Glück kommt selten allein…“ ↔

2. Stéphane Hessel: „Empört euch“ ↔

3. Manfred Lütz: „Irre – wir behandeln die Falschen“ ↔

4. Frau Freitag: „Chill mal, Frau Freitag“  ↔

5. Axel Lilienblum & Anna Koch: „Du hast mich auf dem Balkon vergessen“ ↑ (6)

 11. Martin Doerry & Markus Verbeet: „Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?“ ↑ (12)

Quelle: spiegel.de (Stand 08. 06. 2011)