Bestseller lesen

Wer bestimmt eigentlich was ein Bestseller ist und warum heißt mein Blog „Deutsche Bestseller“? Das Wort „Bestseller“ heißt ja soviel wie „hat sich ziemlich gut verkauft“ und natürlich ergeben sich die Bestsellercharts in Deutschland aus den verkauften Büchern. Wir Menschen haben ja irgendwie diesen Drang in uns, alles zu bewerten und das beste zu suchen, an Wettbewerben teilzunehmen und zwar nicht weil es Spaß macht, sondern um zu ermitteln wer der beste ist.

Künstlerische Werke wie Musik oder Literatur lassen sich offenbar dadurch einordnen, indem man schaut wie gut sich das jeweilige Buch oder die CD verkauft. Dadurch ergeben sich die Charts , die natürlich keinerlei Qualitätsurteil bieten können, sondern nur widerspiegeln wie erfolgreich es verkauft wurde. Da spielen verschiedene Dinge mit rein, zum Beispiel der Bekanntheitsgrad der Autoren, wie viel Werbung für das Buch gemacht wurde oder ob es den aktuellen Publikumsgeschmack trifft.

Büchercharts gibt es in Deutschland seit 1961. Seitdem hat das Magazin „Der Spiegel“ die Charts veröffentlicht. Seit 1971 ermittelt der Buchreport das Ranking im Auftrag des Spiegels. Knapp zehn Jahre später ist eine eigene Bestsellerliste für Taschenbücher erstellt worden, seit 2002 gibt es dank des Manager Magazins auch eine Liste für Bücher aus dem Themenbereich Wirtschaft, danach kam ein Ranking für Kinder- und Jugendbuch, das mittlerweile in Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch aufgesplittert ist. Dann kamen eigene Bestsellerlisten für DVDs und Hörbücher sowie Paperbacks. Die Infos gibt’s alle unter buchreport.de.

Vor einigen Jahren hatte ich die Idee die Spiegel-Bestsellerliste, die wöchentlich aktualisiert wird, komplett zu lesen, um zu wissen, was gerade „in“ ist, worüber die Leute reden und warum manche Bücher auf dieser Liste landen. Alle Bestsellerlisten durchzulesen, -hören und -gucken ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeiten, also habe ich mich dazu entschieden den Fokus auf die Hardcoverliste zu legen, denn dort landen schließlich die Neuerscheinungen.

Spannend ist ja wirklich, dass man an dem, was gerade so in ist – auch bei Büchern – so ein bisschen die derzeitige Stimmung in der Gesellschaft ablesen kann. Zum Beispiel, wenn Biographien herauskommen und diese entweder nur ganz kurz in den Charts aufploppen oder richtiges Interesse besteht, wenn sie sich viele Monate halten. Einen Aha-Moment hatte ich vergangene Woche als auf Platz 1 der Belletristik-Charts das Buch „Freedom – Die Schmahamas-Verschwörung“ stand, ein Buch von einem Autor namens Paluten. Noch nie gehört habe ich mir gedacht und nach kurzer Recherche herausgefunden, dass es sich um einen sehr erfolgreichen Youtouber handelt. Mittlerweile – in der zweiten Woche – ist das Buch auf Platz 2 abgerutscht, hat aber mit Ferdinand von Schirach auch einen harten Gegner.

Schade finde ich, dass man nirgend erfährt, wieviele Bücher tatsächlich verkauft wurden. Da sollte man doch noch ein bisschen nachbessern. Was meint ihr? Würde ich von buchreport.de eine Antwort auf diese Frage bekommen? Ich versuche es einfach mal und werde dann berichten, ob und was dabei herausgekommen ist. Vielleicht weiß ja jemand von euch mehr darüber? Würde mich freuen, wenn ihr euch meldet

Sehr schön, fand ich übrigens den Artikel von Jörg Magenau. Den faszinieren Bestseller nämlich ebenso:

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/joerg-magenau-ein-ganzes-buch-ueber-bestseller-a-1194859.html

Advertisements

Für’s Lesen werben

Die Leipziger Buchmesse beginnt morgen. Leider fahre ich nicht hin, obwohl ich es mir schon so oft vorgenommen habe. Vielleicht nächstes Jahr und dann nehme ich eine gute Freundin aus dem hohen Norden mit, die auch jedes Jahr auf’s Neue seufzt, dass sie es wieder nicht geschafft hat. Wie in jedem Jahr gibt es im Vorfeld viel Berichterstattung und  das Lesen ist bei uns immer noch so wichtig, dass sich unsere Bundeskanzlerin persönlich zu Wort meldet.

Sie will „Für’s Lesen werben“, weist darauf hin wie wichtig lesen ist und empfiehlt Goethe und Schiller, heißt es in verschiedenen Medien. Doch kann man eigentlich werben, dass jemand liest?

Schwierig. Entweder liest man gerne oder nicht. Das „Werben“ müssen aus meiner Sicht die Eltern übernehmen und Kindern schon früh zeigen, welche tollen Welten, Figuren und Geschichten sie in Büchern entdecken können. Ich habe so lange ich denken kann immer schon gerne und auch viel gelesen, meistens parallel mehrere Bücher, eine Zeit lang wirklich nur eins nach dem anderen. Manchmal um die 70 pro Jahr, manchmal nur 17. Je nachdem wie viel Zeit ich anderen Hobbies gewidmet habe.

Dieses Jahr habe ich schon sehr viel gelesen, weil ich etwas mehr Zeit habe als in den vergangenen Jahren, aber auch weil ich mir die Zeit genommen habe. Aber nochmal zurück zu den Leseanfängern. Bei mir hat es tatsächlich geklappt, weil meine Mutter mir jeden Tag eine Geschichte erzählt hat. Sie hat tatsächlich nicht vorgelesen, sondern sich ständig neue spannende Abenteuer ausgedacht. Ich habe immer Bücher bekommen und wollte dann auch unbedingt schnell lesen können, deshalb hat es mir meine Mutter auch beigebracht bevor ich in die Schule gekommen bin. Auch in die Bücherei wollte ich ständig und habe den Ausweis meines Vaters bekommen.

Meine Erfahrung mit dem Lesen war also eine sehr positive. Es gab tatsächlich auch nie eine Zeit in der ich gar nicht gelesen habe. Bei einer Freundin war es ganz anders. Sie hat sich mit dem Lesen sehr schwer getan, wurde dann von ihren Eltern gezwungen jeden Tag so und so viele Seiten zu lesen und hatte da überhaupt keine Lust dazu. Heute schaut sie nur in Magazine, durch diese negative erste Erfahrung ist sie nicht zur Bücherratte geworden.

Werben für’s Lesen heißt aus meiner Sicht den Eltern gute Bücher zeigen, die sie mit ihren Kindern entdecken können, dann lässt sich der Spaß am Lesen hoffentlich nicht mehr los. Aber vielleicht habt ihr ja andere Erfahrungen gemacht und seid erst über Umwege zur Literatur gekommen? Ich freue mich über eure Geschichte.