Kategorien der MüHeiHaMaFraLeCha 2018

Vor ein paar Wochen habe ich euch ja eine Challenge vorgestellt, bei der ich mitmache bzw. die ich selbst gestartet habe: Die MüHeiHaMaLeCha 2018. Wer sich jetzt über den Namen wundert, guckt einfach nochmal bei dem früheren Beitrag rein. Erklärt habe ich also schon warum es geht, aber die Kategorien noch nicht verraten und das will ich heute nachholen.

Insgesamt sind es 24 Bücher, die zwischen dem 1.3.2018 und dem 28.2.2019 gelesen werden müssen. Die Werke zu 22 Kategorien kann ich mir selbst aussuchen, sofern sie hineinpassen, in diesem Jahr gibt es erstmals auch zwei Pflichtbücher:

  1. Ein Buch, dessen Autor/in den gleichen Vor- bzw. Nachnamen hat wie du selbst.
  2. Ein Buch mit dem Wort „Macht“ im Titel.
  3. Ein Buch aus dem Jahr 1968.
  4. Ein Buch in dem Berge eine zentrale Rolle spielen.
  5. Ein Buch, das in Japan spielt.
  6. Ein Buch aus dem 19. Jahrhundert.
  7. Ein Sachbuch.
  8. Ein Buch, das Zeitreisen zum Thema hat.
  9. Eine Biographie.
  10. Ein Buch von oder über Astrid Lindgren.
  11. Ein Ratgeber.
  12. Eine Kolumnensammlung.
  13. Ein Buch aus dem eigenen Geburtsjahr.
  14. Ein Buch eines/r skandinavischen Autors/Autorin.
  15. Ein Roman einer Schriftstellerinnen-Ikone.
  16. Ein Roman mit einem roten Einband.
  17. Ein Buch, das man während der letzten Challenge lesen wollte, es aber nicht geschafft hat.
  18. Ein Buch mit mehr als 1.000 Seiten.
  19. Ein Buch in dem Pflanzen im Mittelpunkt stehen.
  20. Ein Buch eines/r koreanischen Autors/Autorin.
  21. Ein Buch, das am Meer spielt.
  22. Ein Buch mit einem Titel, das nur aus einem Wort besteht.
  23. Pflichtlektüre: „Und Nietzsche“ weinte von Irvin Yalom
  24. Pflichtlektüre: „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Die Wertung am Ende der Challenge ist in diesem Jahr etwas kompliziert. Für das erste Buch aus jeder Kategorie gibt es drei Punkte, es können bis zu vier Bücher pro Kategorie in die Wertung einfließen. Im vergangenen Jahr gab es für jedes weitere Buch einen Punkt, da uns eine ehemalige Kollegin, die auch beruflich viel lesen muss, uns so abgezockt hat und ich hoffe, dass es so für die anderen auch etwas attraktiver wird, habe ich angekündigt, dass erst am Tag der Wertung ausgelost wird, welche Kategorien Extrapunkte bekommen und welche nicht. So bleibt es vielleicht etwas spannender. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

 

 

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Paluten: Die Schmahamas-Verschwörung

Jeder von uns lebt ja in seiner persönlichen Filterblase. Das Wort ist neu, doch das Konzept ist alt. Wer glaubt, er sei besonders offen und nur die Dummen dümpeln in einer Filterblase, irrt, meiner Meinung nach. Natürlich gibt es Menschen, deren Räume, in denen sie sich und ihre Gedanken bewegen, wirklich winzig sind, doch selbst wenn man sich für vieles interessiert, offen ist und immer wieder versucht seine Grenzen einzureißen, gibt es auf jeden Fall Dinge, die man nicht kennt, von denen man  nichts weiß oder die auch einfach zu kompliziert sind. Unsere Welt ist einfach zu komplex, um überall mitreden zu können.

Ich interessiere mich für vieles, spreche mehrere Fremdsprachen, bin auch technisch nicht auf den Kopf gefallen, aber ich kenne auch meine Grenzen, für Astrophysik kann ich mich nicht erwärmen, bei Volksmusik schalte ich gerne ab oder um und ich verstehe bis heute nicht wie man freiwillig Archäologie studieren kann, ich sehe da nur alte Steine. Dann wiederum gibt es Dinge, von denen ich zwar weiß, dass sie existieren, aber nie gedacht habe, dass es so einen Hype drum gibt. Dazu gehören zum Beispiel Bitcoins und YouTouber.

Umso überraschter war ich, als ich mir die Spiegelbestsellerliste in dieser Woche angesehen habe und dort einen Autor auf Platz 1 der Belletristikcharts erspähte, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Dann also kurz gegoogelt und festgestellt, dass es sich bei Paluten um einen YouTuber handelt, der schlappe 2,7 Millionen (!) Abonnenten hat. Allerdings geht es in seinem Kanal nichts um Bücher.

Nach einer etwas längeren Recherche, habe ich dann endlich verstanden was er eigentlich tut. Paluten ist ein erfolgreicher Minecraft-Spieler. Minecraft ist ein Open World-Spiel, das sehr pixelig aussieht und die Möglichkeit bietet eigene Welten zu erfinden. Das macht Paluten mit viel Elan und hat „Freedom“ erschaffen und besteht dort mit seiner Freedom Squad viele Abenteuer. Während er es spielt, gucken andere Leute, vor allem Jugendliche, zu und finden das sehr unterhaltsam. Höchstwahrscheinlich bestreitet er damit seinen Lebensunterhalt.

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Kein Wunder, dass sich das Buch so schnell so gut verkauft hat, denn Paluten ist ja nicht doof und hat auch in seinem Youtube-Kanal dafür geworben, bisher ist das Video 287.188 mal aufgerufen worden (Stand 15.04.2018). Da kann jeder Autor nur von träumen. Das Video ist neun Tage vor der Veröffentlichungstermin des Buches erschienen.

Aber worum geht’s denn eigentlich? Die Hauptfigur Paluten hat eine Reise auf die Schmahamas gewonnen, soll aber gleichzeitig noch einen Auftrag ausführen. Auf der Insel auf der die Schmalamas wohnen, kommt es zu Schwierigkeiten und Paluten und seine Freunde stürzen sich in Abenteuer.

Das Buch ist ganz nett geschrieben, kein Wunder, denn Paluten hat sich einen Autor als Unterstützung geholt, das gibt er in seinem Video auch zu. Herausgekommen ist eine nette Abenteuergeschichte, die aus meiner Sicht vor allem für Kinder spannend ist. Andererseits gibt es natürlich einen großen Fanhype um Paluten. Sowohl ihn als Youtuber als auch die Figur, die auch Paluten heißt, die immer in den Spielen rumläuft und deshalb ist die Zielgruppe wahrscheinlich etwas älter, ich vermute vor allem Jugendliche und junge Erwachsene folgen dem Kanal.

Guckt man sich die Bewertungen auf Amazon an, derzeit 4,8 von 5 Sternen, und die Kommentare, handelt es sich ausschließlich um Fans, die sich freuen, dass der Youtuber auch Insidersprüche in dem Buch verwendet hat oder Eltern, die sich freuen, dass ihre Kinder auch mal lesen. Zu den Insidern kann ich natürlich nichts sagen, ich wollte mir zur Recherche nicht alle Videos angucken. Schließlich existiert der Kanal schon seit 2012 und an manchen Tagen veröffentlicht Pdizzle, wie er sich auch nennt auch mal zwei Videos. Das ist also schon eine Menge zusammengekommenp. Wer darauf aber Lust hat, kann das tun, denn im Buch gibt es in Fußnoten immer wieder verweise auf die entsprechenden Folgen.

Insgesamt ist das Buch nicht schlecht, ich finde aber, die Zielgruppe sind eher Kinder und Jugendliche und deshalb habe ich mich schon gewundert, dass „Die Schahamas-Verschwörung“ nicht bei Jugendbüchern geführt wird, schließlich gibt es dafür ja eine eigene Bestsellerliste. Hervorzuheben sind die Wirklich sehr gelungen Zeichnungen der Illustratorin Irina Zinner.

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Spannend finde ich vor allem was andere Buchblogger oder Literaturkritiker über das Buch sagen und vor allem, ob andere Youtuber jetzt auch das Buch für sich entdeckt haben. Vielleicht hat ja auch jemand eine Antwort darauf, ob Menschen, die gerne Youtube-Videos gucken lieber E-Books kaufen oder dann doch die Printversion. Viele Rezensionen habe ich noch nicht gefunden.

Allerdings hat sich sogar der Spiegel dem Buch von Paluten angenommen, sonst kommen Youtuber da ja nicht so häufig vor. Auch Deutschlandfunk Kultur hat sich in der Sendung „Lesart“ mit dem Buch beschäftigt.

Am meisten freue ich mich aber darauf, dass Dennis Scheck in der Sendung „Druckfrisch“ die neue Top Ten Belletristik und damit auch „Die Schmahamas-Verschwörung“ rezensiert. Bei dem Gedanken, dass der Literaturkritiker in dem Buch schmökert und sich Notizen macht, muss ich ja schon schmunzeln, aber vielleicht zieht er sich auch noch ein paar Youtube-Video von Paluten rein, um mehr über den Autor zu erfahren. Die Vorstellung treibt mir das Wasser in die Augen. Die nächste Sendung ist am 29.4.2018 und ich zähle wirklich schon die Tage.

Infos:

Die Schmahamas-Verschwörung : Ein Roman aus der Welt von Minecraft Freedom von Paluten und Klaas Kern, Illustratorin Irina Zinner, Community Editions (29. März 2018)

160 Seiten

ISBN-13: 978-3960960348

12,- Euro für das Hardcover, die E-Book-Ausgabe kostet 9,99 Euro.

Bestsellerpotential?

Ja, denn Paluten hat so viele Fans, da ist es eigentlich egal was er schreibt. Tatsächlich hat er geschafft mit seinem ersten Buch gleich in der ersten Woche Platz 1 der Bestsellercharts erklimmen (Rang 1 in Ausgabe 15 / 2018, Hardcover Belletristik).

Bestseller lesen

Wer bestimmt eigentlich was ein Bestseller ist und warum heißt mein Blog „Deutsche Bestseller“? Das Wort „Bestseller“ heißt ja soviel wie „hat sich ziemlich gut verkauft“ und natürlich ergeben sich die Bestsellercharts in Deutschland aus den verkauften Büchern. Wir Menschen haben ja irgendwie diesen Drang in uns, alles zu bewerten und das beste zu suchen, an Wettbewerben teilzunehmen und zwar nicht weil es Spaß macht, sondern um zu ermitteln wer der beste ist.

Künstlerische Werke wie Musik oder Literatur lassen sich offenbar dadurch einordnen, indem man schaut wie gut sich das jeweilige Buch oder die CD verkauft. Dadurch ergeben sich die Charts , die natürlich keinerlei Qualitätsurteil bieten können, sondern nur widerspiegeln wie erfolgreich es verkauft wurde. Da spielen verschiedene Dinge mit rein, zum Beispiel der Bekanntheitsgrad der Autoren, wie viel Werbung für das Buch gemacht wurde oder ob es den aktuellen Publikumsgeschmack trifft.

Büchercharts gibt es in Deutschland seit 1961. Seitdem hat das Magazin „Der Spiegel“ die Charts veröffentlicht. Seit 1971 ermittelt der Buchreport das Ranking im Auftrag des Spiegels. Knapp zehn Jahre später ist eine eigene Bestsellerliste für Taschenbücher erstellt worden, seit 2002 gibt es dank des Manager Magazins auch eine Liste für Bücher aus dem Themenbereich Wirtschaft, danach kam ein Ranking für Kinder- und Jugendbuch, das mittlerweile in Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch aufgesplittert ist. Dann kamen eigene Bestsellerlisten für DVDs und Hörbücher sowie Paperbacks. Die Infos gibt’s alle unter buchreport.de.

Vor einigen Jahren hatte ich die Idee die Spiegel-Bestsellerliste, die wöchentlich aktualisiert wird, komplett zu lesen, um zu wissen, was gerade „in“ ist, worüber die Leute reden und warum manche Bücher auf dieser Liste landen. Alle Bestsellerlisten durchzulesen, -hören und -gucken ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeiten, also habe ich mich dazu entschieden den Fokus auf die Hardcoverliste zu legen, denn dort landen schließlich die Neuerscheinungen.

Spannend ist ja wirklich, dass man an dem, was gerade so in ist – auch bei Büchern – so ein bisschen die derzeitige Stimmung in der Gesellschaft ablesen kann. Zum Beispiel, wenn Biographien herauskommen und diese entweder nur ganz kurz in den Charts aufploppen oder richtiges Interesse besteht, wenn sie sich viele Monate halten. Einen Aha-Moment hatte ich vergangene Woche als auf Platz 1 der Belletristik-Charts das Buch „Freedom – Die Schmahamas-Verschwörung“ stand, ein Buch von einem Autor namens Paluten. Noch nie gehört habe ich mir gedacht und nach kurzer Recherche herausgefunden, dass es sich um einen sehr erfolgreichen Youtouber handelt. Mittlerweile – in der zweiten Woche – ist das Buch auf Platz 2 abgerutscht, hat aber mit Ferdinand von Schirach auch einen harten Gegner.

Schade finde ich, dass man nirgend erfährt, wieviele Bücher tatsächlich verkauft wurden. Da sollte man doch noch ein bisschen nachbessern. Was meint ihr? Würde ich von buchreport.de eine Antwort auf diese Frage bekommen? Ich versuche es einfach mal und werde dann berichten, ob und was dabei herausgekommen ist. Vielleicht weiß ja jemand von euch mehr darüber? Würde mich freuen, wenn ihr euch meldet

Sehr schön, fand ich übrigens den Artikel von Jörg Magenau. Den faszinieren Bestseller nämlich ebenso:

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/joerg-magenau-ein-ganzes-buch-ueber-bestseller-a-1194859.html

„Gut gegen Nordwind“ wird verfilmt

Der E-Mail-Roman von Daniel Glattauer gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Langsam, mit leisem Humor und starken Gefühlen erzählt er die Geschichte von zwei Fremden, die sich über eine verirrte E-Mail kennen lernen und ihre Leben sich kreuzen – auch in der Realität. Eine absolute Leseempfehlung und da das Buch bei mir immer noch im Regal steht, werde ich es mir mal wieder schnappen.

Auf der Seite der Neuen Ruhrzeitung (NRZ) habe ich heute die Meldung gelesen, dass das Buch für das Kino verfilmt wird – mit Nora Tschirner in einer der Hauptrollen und dass 800 Komparsen gesucht werden. Allerdings in Düsseldorf, denn dort wird wohl in den kommenden Wochen gedreht.

Den männlichen Part soll Alexander Fehling übernehmen und ich bin wirklich gespannt wie der Film am Ende wird, denn es gibt ja Themen, die eignen sich besser fürs Lesen, andere dagegen muss man zeigen. Bislang dachte ich, dass gerade diese schöne E-Mail-Korrespondenz dem Buch vorbehalten bleiben müsste, wenn ich dann aber wieder etwas in meinem Gedächtnis krame, muss ich ja zugeben, dass es das mit den E-Mails auch schon in Hollywood gab: „E-Mail für dich“ mit Tom Hanks und Meg Ryan, ein schnulziger Liebesfilm, der tatsächlich schon 20 Jahre auf dem Buckel hat!

Das Buch von Daniel Glattauer ist ehrlicherweise auch nicht ganz neu, sondern von 2006 also auch schon zwölf Jahre alt. Ich bin auf jeden Fall gespannt was dabei herauskommt. Laut dem Artikel der NRZ soll der Film von Mitte April bis Anfang Juni in Düsseldorf und Umgebung gedreht werden. Dazu braucht das Filmteam aber noch 800 Komparsen, darunter Männer, Frauen und Kinder. Das Casting ist am Samstag Nachmittag, alle Infos gibt’s auf der Seite der NRZ. Vielleicht geht ja jemand hin und kann dann über die Dreharbeiten berichten?

Quelle:

NRZ (Neue Ruhrzeitung)

Ivar Leon Menger, John Beckmann: Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf

Als Kind und Jugendliche habe ich die Bücher von den drei ??? geliebt. Ich glaube, ich habe alle Bände, die die Bücherei hatte, durchgelesen und auch die Hörspiele, die ich auch heute noch gerne höre, haben es mir richtig angetan. Irgendwo in den Tiefen alter Mails bin ich mal über die Rezension von Tina auf Buchnotizen gestoßen. Dort hat sie über die erste Graphic Novel der drei ??? geschrieben, die der Kosmos Verlag herausgebracht hat.

Für meine Reading Challenge 2018 war ich sowieso auf der Suche nach einer Graphic Novel und als alter Fan der drei jungen Detektive, hab ich mir das Buch gleich auf mein Tablet geladen. Es gibt auch eine E-Book-Version des Falls. Für E-Reader würde ich das gerade bei einer Graphic Novel nicht empfehlen, aber auf dem Tablet kommt sie gerade richtig zur Geltung.

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Mit knapp 130 Seiten ist die gezeichnete Geschichte auch nicht zu kurz, um genügend Spannung aufzubauen, dachte ich mir, doch leider wurde ich enttäuscht. Mir hat weder die Geschichte gefallen, obwohl sie dem Stil der drei ??? treu bleibt, aber auch die Zeichnungen passten für mich überhaupt nicht. Ich hatte mir da wohl etwas völlig anderes vorgestellt. Das grau-blau und schwarz-weiß geht für mich überhaupt nicht zusammen, der Zeichenstil gefällt mir auch nicht. Natürlich ist das alles Geschmackssache, aber aus meiner Sicht, passt das alles so nicht zusammen.

Wirklich sehr schade, denn ich bin nach wie vor sehr begeistert von den drei ???, aber ich bleibe dann wohl eher bei den Hörspielen. Für die Bücher bin ich wahrscheinlich schon zu alt, vielleicht ist das auch das Problem, warum mir die Graphic Novel nicht gefallen hat.

Immerhin, bei der Reading Challenge 2018 kann ich ein Häkchen machen.

Infos:

„Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf“ von Ivar Leon Menger und John Beckmann, erschienen im Kosmos Verlag.

128 Seiten.

ISBN: 978-3440141236

Preis: 14,99 Euro für das Taschenbuch, 9,99 Euro für das E-Book

Alter: ab 10 Jahren

Bestsellerpotential?

Jein. War auf keiner Bestsellerliste, hat aber Potential für wahre Drei ???-Fans und von denen gibt es ja viele.

 

Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr

Es ist schon etwas her, dass ich das Buch der britischen Autorin Jojo Moyes gelesen habe, trotzdem kommt heute die Rezension. Irgendwann einmal hatte ich auch schon mal über den Roman geschrieben, aber da ja vor langer Zeit mein Blog gehackt wurde und ich dann überhaupt keine Lust mehr hatte den Scherbenhaufen aufzuräumen, ist das ganze im Nirvana verschwunden.

Das Buch steht seitdem in meinem Regal und ich werde es auf keinen Fall weggeben, weil ich mir sicher bin, dass ich es irgendwann mal wieder lesen will. Mit dem Roman hat Jojo Moyes aus meiner Sicht wirklich etwas Wunderbares geschrieben. Es geht um die junge Louisa Clark, die dringend einen neuen Job sucht. In der Arbeitsagentur wird ihr eine vorübergehende Beschäftigung als Pflegerin für einen behinderten Mann angeboten.

Will, der Mann, den sie betreuen soll, ist seit einem Unfall nicht nur querschnittsgelähmt, sondern Tetraplegiker, also vom Hals abwärts gelähmt und hat auf dieses Leben überhaupt keinen Bock. Seine wohlhabenden Eltern versuchen ihm die Situation so angenehm wie möglich zu machen und auch seinen Lebenswillen wieder hervorzulocken. Auch Louisa soll dabei helfen.

Wie das ganze ausgeht ist auf unzähligen Seiten zu lesen, mir hat es sehr gut gefallen und auch dem Großteil derer, die es gelesen haben.  Allein auf Lovelybooks gibt es bis heute fast 11.000 Bewertungen, auf Amazon fast 4,800 mit einem Durchschnittswert von 4,8 von 5 Sternen. Es gab auch aber Kritik, vor allem als der Film mit Emilia Clarke, die man von Game of Thrones kennt und Sam Claflin, den ich vorher ehrlich gesagt noch nicht wahrgenommen hatte. Hier der Trailer

Gesehen habe ich den Film noch nicht, das will ich aber bald nachholen, muss es aber wahrscheinlich mit ein paar Freundinnen machen, weil mein Freund sich strickt weigert. Als „Ein ganzes halbes Jahr“ ins Kino kam, haben vor allem Behinderte sich über die aus ihrer Sicht einseitige Wahrnehmung von Querschnittsgelähmten echauffiert. Christiane Link, die einen Blog auf Zeit.de über die Behindertenpolitik Deutschlands führte, hat in einem Beitrag auch den Film aufgenommen. Harter Tobak, einerseits weiß ich selbst nicht wie sich ein Mensch mit einer Behinderung fühlt, andererseits ist es eben eine Literaturverfilmung und aus meiner Sicht geht es eher darum wie sich ein einzelner, eine fiktive Person fühlt, nicht wie Behinderte im allgemeinen ihr Leben sehen oder ihre Leben dargestellt werden. Natürlich könnte man an dieser Stelle lange diskutieren, aber darum geht es nicht nur. Es geht auch um das Thema Sterbehilfe und Tabus, die es in unserer Gesellschaft eben noch gibt, obwohl der Tod ja zum Leben dazu gehört.

Sonst stehe ich eigentlich nicht so auf Liebesschnulzen, außer mal kurz für Zwischendurch, aber da der Roman so viel mehr ist als eine Liebesgeschichte und eben auch Tabus und gesellschaftliche Probleme anspricht, muss ich sagen, es ist eins der schönsten Bücher, die ich gelesen habe und deshalb habe ich mich einerseits auch gefreut, als ich gehört habe, es geht weiter. Andererseits aber auch nicht, denn meistens sind die Folgeromane ja nicht so gut und nach so einem Knüller, was konnte dann noch kommen. Als es auf Deutsch herauskam, habe ich mir „Ein ganz neues Leben“ gleich gekauft, kurz reingelesen und es dann erstmal ins Regal gestellt. Erst als der dritte Band angekündigt war, hab ich’s wieder hervorgeholt und in den vergangenen Tagen dann beide Bücher gelesen. Die Rezensionen folgen bald, nur so viel will ich schon mal verraten. So schlecht hat es Jojo Moyes nicht gemacht, es ist aber eindeutig schnulziger geworden.

Weitere Rezensionen über das Buch, die mir gut gefallen haben, findet ihr auch auf diesen Blogs:

Buchstabenträumerei

Storytime

My Book Blog.

Alle Infos:

„Ein ganzes halbes Jahr“ (Originaltitel: Me Before You), erschienen bei Rowohlt.

(Mitte Mai will der Verlag eine Sonderausgabe für 10 Euro herausgeben)

512 Seiten

ISBN: 978-3499267031

Preis: 9,99 Euro (Taschenbuch), 9,99 Euro (E-Book)

Bestsellerpotential?

Ja! Beste Platzierung auf der Spiegel-Bestsellerliste: Rang 1 in Ausgabe 15 / 2013 (Paperback Belletristik); 131 Wochen auf der Liste

David Nicholls: Zwei an einem Tag

Wäre das Buch kein Bestseller und hätte ich das Cover zwischen vielen anderen Büchern gesehen, ich hätte ich definitiv nicht mitgenommen. Drauf sieht man die orangefarbenen Silluetten von zwei Menschen auf gelbem Grund. Auch der Titel „Zwei an einem Tag“ hat mich ehrlich gesagt nicht gerade gefesselt. Deshalb habe ich mich beim Kauf der aktuellen Bestseller eher auf bekannte Namen und ansprechende Cover gestürzt. Da David Nicholls sich aber einige Zeit auf Platz 1 festgesaugt hatte, kam ich ja fast gar nicht drumherum mir das Buch zu besorgen. Und sobald ich zu lesen angefangen hatte, stellte ich mir die Frage. WARUM – UM HIMMELS WILLEN – HAST DU DIESES BUCH NICHT FRÜHER GELESEN?

Denn „Zwei an einem Tag“ ist das schönste, das ich seit langem gelesen habe.

Zwei an einem Tag

Es geht um Emma und Dexter, die sich am Abschlussabend kennen lernen und eine gemeinsame Nacht miteinander verbringen, obwohl sie während der vorherigen Schulzeit so überhaupt nichts miteinander zu tun hatten. Warum auch? Dexter ist der coole Lebemann, der aus einem reichen Elternhaus kommt, Emma ist sehr ordentlich und streberhaft. Gemeinsame Freunde hatten sie nicht.

Doch irgendetwas hat sich in dieser einen Nacht abgespielt. Sie kommen nicht mehr voneinander los. Im Buch wird jeweils der 15. Juli erzählt. Von den 80ern bis ins 21. Jahrtausend und wo die beiden gerade stehen. Dexter zieht es zum Fernsehen. Er wird Moderator und schmeißt mit dem Geld um sich. Emma ist expermentierfreudiger, zieht mit einer Theatertruppe herum, wird Lehrerin und erfindet sich immer wieder neu.

Zwar sind die beiden nicht jedes Jahr am 15. Juli zusammen. Manchmal gibt es eine jahrelange Funkstille, doch irgendwie denken sie immer wieder an einander. Das letzte Drittel des Buches verrate ich jetzt nicht, denn ihr sollt doch noch selber Lust auf „Zwei an einem Tag“ bekommen und nicht das Ende schon vorher kennen.

Ich sage nur eins: Es ist wunderbar!

David Nicholls versteht es unglaublich gut mit Worten umzugehen. Er trifft die richtige Stimmung, kann das drumherum und die Gefühle der einzelnen Personen sehr glaubwürdig darstellen. Die Figuren sind so plastisch beschrieben, dass man fast denken könnte, wenn ich jetzt auf die Straße gehe, dann könnte ich die beiden tatsächlich treffen.

Auch wie sich die beiden im Laufe der Jahre weiter entwickeln, welche Erfahrungen sie machen. All das beschreibt der Autor irre gut. Man mag gar nicht mehr aufhören zu lesen. So schnell habe ich schon lange kein Buch mehr verschlungen.

„Zwei an einem Tag“ ist mein absoluter Lesetipp. Nein! LESEBEFEHL! Los, lesen, sofort!

Das Buch wird derzeit verfilmt. Kinostart in Deutschland ist am 10. November 2011.

Der Autor:

David Nicolls wurde 1966 in Eastleigh geboren und lebt heute in London. Er schauspielerte und wurde dann Drehbuchautor von britischen Serien. Er hatte bereits einige Bestseller-Erfolge. Der erste Roman, der vor allem in England durchstartete war „Keine weiteren Fragen“. Er wurde 1996 verfilmt. Die Filmrechte des zweiten Bestsellers „Ewig Zweiter“ wurden von Tom Hanks gekauft. Den international größten Erfolg erreichte er mit „Zwei an einem Tag“.

Weitere Infos gibt es auf der Webseite von David Nicholls: http://www.davidnichollswriter.com/

Bewertung:

Keine Frage:

5 von 5 Sternen

Infos:

„Zwei an einem Tag“ von David Nicholls ist  bei Heyne als Taschenbuch erschienen.

Die Hardcover-Ausgabe ist im Verlag Kain & Aber erschienen.

Originalausgabe: „One day“ bei Hodder & Stoughton, London 2009 (7,99)

544 Seiten

Preis: 9,99 Euro (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-453-81184-3 (Taschenbuch)

Tag 7 – Das Buch, das mich an jemanden erinnert

Gut, ich gebe zu, ich komme nicht jeden Tag dazu meine Bücher für den Tag zu posten, aber das ist ja nicht so schlimm. Schließlich ändert sich der Inhalt ja nicht, wenn man einen oder zwei Tage später schreibt.

Ein Buch, das mich an jemanden erinnert? Darüber habe ich wirklich sehr lange nachdenken müssen. Sehr, sehr lange. Vor allem fällt mir so etwas – also dass mich ein Buch an jemanden erinnert – natürlich nicht spontan ein, sondern eigentlich gerade dann, wenn ich solch ein Buch lese.

Da ich gestern mit „Zwei an einem Tag“von David Nicholls angefangen habe, passt das eigentlich ganz gut, denn das Buch hat mich tatsächlich an jemanden erinnert. An einen Ex-Freund, mit dem ich vor langer, langer Zeit nur drei Wochen lang „zusammen“ war, ihn aber immer wieder getroffen habe. So ähnlich geht es den beiden Protagonisten in dem Buch auch. Natürlich, es ist eine andere Zeit, es sind andere Orte, andere Geschichten, aber irgendwie hat mich die Geschichte an unsere Geschichte erinnert. Apropos, ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört. Vielleicht sollte ich mich mal bei ihm melden?

Tag 6 – Das Buch, das ich nur einmal lesen kann

Schwierig, schwierig, aber ich denke – auch wenn ich noch nicht alle Bücher gelesen habe – dass es sich dabei um die vier Titel der Twilight-Bücher handelt. Zur Zeit bin ich beim dritten Band und bin hin und her gerissen. Einerseits finde ich die Bücher abgrundtief schlecht, andererseits sind sie doch so unterhaltsam, dass ich dran bleibe, auch wenn ich verhältnismäßig lange für die Bücher brauche.

Ich weiß nicht genau woran es liegt bzw. wie Stephenie Meyer es schafft mich trotz des relativ leichten, zum Teil auch sehr platten Schreibstils, bei der Stange zu halten. Eins kann ich aber ganz sicher sagen: Sobald ich durch bin, werde ich die Bücher nie wieder zur Hand nehmen. Noch einmal schaffe ich das nicht.