Schreiben: Camp NaNoWriMo

Ich muss ja zugeben, dass ich das Wort bzw. das Akronym „NaNoWriMo“ total dämlich finde. Es steht für National Novel Writing Month und ist eine Aktion für angehende Autoren. Es geht darum einen Monat lang richtig in die Tasten zu hauen. Ziel ist es tatsächlich im Monat November, in dem das Projekt NaNoWriMo jedes Jahr stattfindet, 50.000 Wörter also umgerechnet ein ganzes Buch runterzuschreiben.

Coole Idee, hab ich mir gedacht und mich dort vor ein paar Jahren angemeldet, um tatsächlich mal ein Buch in einem Monat zu schreiben, denn das wollte ich ja immer schon. Natürlich habe ich es nicht geschafft. Einerseits bin ich nicht so diszipliniert, andererseits kam es mir so vor, als würden sich alle auf der Plattform schon so gut kennen, dass es unmöglich ist, sich da als Neuling reinzufinden. Also ist der Account zusammen mit vielen anderen Online-Accounts erstmal in einen langen tiefen Winterschlaf gefallen.

Seit vergangenen Sommer verfolge ich das Ziel ein Buch zu schreiben, wieder mit mehr Elan. Auslöser war ein Vortrag bei dem ein Australier, ich glaube, er war Wissenschaftler, erklärte, er habe einen Liebesroman geschrieben und damit sein Leben geändert. Klingt erstmal sehr komisch. Die Quintessenz seines Vortrags, der übrigens „Write a book and change your life in three months“ hieß, dass jeder ein Buch schreiben kann, man muss nur loslegen und dann kann man – vielleicht – auch sein Leben ändern.

Bei ihm hieß das konkret, dass er den kurzen Roman innerhalb der drei Monate geschriebe hat, sich dann ausführlich mit Selfpublishing und Selbstvermarktung befasst hat, allerdings aber kein gut bezahlter Bestsellerautor geworden ist, der so viel Geld eingenommen hat, dass er nicht mehr arbeiten muss. Trotzdem hat ihm seine Aktion etwas gebracht. Er hat seinen gut bezahlten Job an den Nagel hängt und ist jetzt so etwas wie ein Coach, der anderen Menschen hilft, ihren Traum zu verwirklichen. Das muss nicht unbedingt ein Buch sein, sondern kann alles mögliche sein. Vor allem durch den Teil „Selbstmarketing“ hat er offenbar so viel Expertise erworben, dass er sich zugetraut hat nochmal komplett durchzustarten.

Ich will zwar mein Leben nicht komplett umkrempeln, seit dem Sommer bin ich aber wieder mehr an dem Projekt „Buchschreiben“ dran und befasse mich seitdem auch ausführlich mit Möglichkeiten es an den Mann zu bringen (nicht, dass es schon fertig ist). Vor ein paar Tagen habe ich ja schon erzählt, dass ich mehrere Projekte verfolge. Ich will ein Sachbuch bei einem Verlag unterbringen (das fertige Exposé überarbeite ich gerade noch), ich will ein Buch bei Amazon Kindle einfach mal hochladen und gucken was passiert, außerdem habe ich in diesem Jahr schon an zwei Kurzgeschichten-Wettbewerben teilgenommen und hab noch so ein paar Ideen und Projekt, die parallel laufen und über die ich hier auch, wenn es weitergeht berichten will.

Was hat das denn nun alles mit dem NaNoWriMo zu tun? Seit ich mich wieder mehr mit dem Schreiben beschäftigte, habe ich einen Krimischreibkurs besucht – mit dem Ergebnis, dass ich meine dort entstandene Geschichte auch bei einer Lesung präsentieren durfte – und habe mir eine Schreibgruppe gesucht, die sich mittlerweile sehr regelmäßig einmal pro Woche trifft. Eine sehr coole und bunt gemischte Truppe mit der er Spaß macht sich auszutauschen. Einige arbeiten an Manuskripten, die bereits einen Verlag gefunden haben, andere schreiben an ihrem Erstlingswerk, andere eher Kurzgeschichten, manche sind Selfpublisher mit Leib und Seele. Von Sachbuch über Fantasy, Roman und Drehbuch ist alles mögliche dabei, deshalb finde ich vor allem die Termine an denen wir uns gegenseitig vorlesen so spannend, da es viel Input aus ganz verschiedenen Blickwinkeln gibt.

Um jetzt aber wirklich wieder zu diesem unglückseeligen Akronym zurückzukommen. Es gibt nicht nur den Novembertermin. Im April gibt es jedes Jahr auch noch ein Camp NaNoWriMo, so etwas wie die Light-Version, in dem man sein eigenes Ziel angeben kann. In Cabins kann man mit oder „gegen“ Menschen schreiben, die man kennt und das motiviert mich natürlich deutlich mehr. Also war ich mal ganz schön mutig und habe tatsächlich 50.000 Wörter als Ziel angegeben. Im Moment schaut es sehr gut aus, mal sehen, ob ich das einen Monat durchhalte. Ziel ist, das Buch, das ich bei Amazon als Selfpublisher reinstellen möchte, fertig zu stellen und dann… Mal sehen. Wie schaut’s bei euch aus? Schreibt ihr auch? Was sind eure Tricks euch zu motivieren? Und was haltet ihr vom Camp NaNoWriMo?

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