Keine Zeit zum Lesen

Geht’s euch manchmal auch so? Der Bücherstapel wächst und wächst und eigentlich hat man ganz was anderes zu tun? Das Gefühl habe ich seit Wochen, nein, ganz ehrlich gesagt schon seit Monaten und deshalb vernachlässige ich diesen Blog gerade so.

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Für’s Lesen werben

Die Leipziger Buchmesse beginnt morgen. Leider fahre ich nicht hin, obwohl ich es mir schon so oft vorgenommen habe. Vielleicht nächstes Jahr und dann nehme ich eine gute Freundin aus dem hohen Norden mit, die auch jedes Jahr auf’s Neue seufzt, dass sie es wieder nicht geschafft hat. Wie in jedem Jahr gibt es im Vorfeld viel Berichterstattung und  das Lesen ist bei uns immer noch so wichtig, dass sich unsere Bundeskanzlerin persönlich zu Wort meldet.

Sie will „Für’s Lesen werben“, weist darauf hin wie wichtig lesen ist und empfiehlt Goethe und Schiller, heißt es in verschiedenen Medien. Doch kann man eigentlich werben, dass jemand liest?

Schwierig. Entweder liest man gerne oder nicht. Das „Werben“ müssen aus meiner Sicht die Eltern übernehmen und Kindern schon früh zeigen, welche tollen Welten, Figuren und Geschichten sie in Büchern entdecken können. Ich habe so lange ich denken kann immer schon gerne und auch viel gelesen, meistens parallel mehrere Bücher, eine Zeit lang wirklich nur eins nach dem anderen. Manchmal um die 70 pro Jahr, manchmal nur 17. Je nachdem wie viel Zeit ich anderen Hobbies gewidmet habe.

Dieses Jahr habe ich schon sehr viel gelesen, weil ich etwas mehr Zeit habe als in den vergangenen Jahren, aber auch weil ich mir die Zeit genommen habe. Aber nochmal zurück zu den Leseanfängern. Bei mir hat es tatsächlich geklappt, weil meine Mutter mir jeden Tag eine Geschichte erzählt hat. Sie hat tatsächlich nicht vorgelesen, sondern sich ständig neue spannende Abenteuer ausgedacht. Ich habe immer Bücher bekommen und wollte dann auch unbedingt schnell lesen können, deshalb hat es mir meine Mutter auch beigebracht bevor ich in die Schule gekommen bin. Auch in die Bücherei wollte ich ständig und habe den Ausweis meines Vaters bekommen.

Meine Erfahrung mit dem Lesen war also eine sehr positive. Es gab tatsächlich auch nie eine Zeit in der ich gar nicht gelesen habe. Bei einer Freundin war es ganz anders. Sie hat sich mit dem Lesen sehr schwer getan, wurde dann von ihren Eltern gezwungen jeden Tag so und so viele Seiten zu lesen und hatte da überhaupt keine Lust dazu. Heute schaut sie nur in Magazine, durch diese negative erste Erfahrung ist sie nicht zur Bücherratte geworden.

Werben für’s Lesen heißt aus meiner Sicht den Eltern gute Bücher zeigen, die sie mit ihren Kindern entdecken können, dann lässt sich der Spaß am Lesen hoffentlich nicht mehr los. Aber vielleicht habt ihr ja andere Erfahrungen gemacht und seid erst über Umwege zur Literatur gekommen? Ich freue mich über eure Geschichte.