Keine Zeit zum Lesen

Geht’s euch manchmal auch so? Der Bücherstapel wächst und wächst und eigentlich hat man ganz was anderes zu tun? Das Gefühl habe ich seit Wochen, nein, ganz ehrlich gesagt schon seit Monaten und deshalb vernachlässige ich diesen Blog gerade so.

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Laetitia Colombani: Der Zopf

Schon lange befindet sich das Buch der französischen Schauspielerin und Regisseurin in den Charts, aber so richtig angesprochen haben mich Cover und Titel nicht. Irgendwann sah ich es dann in der Stadtbibliothek stehen und habe mich doch dafür entschieden es zu lesen. Zum einen hatte ich schon einige gute Rezensionen gelesen, zum anderen will ich irgendwann ja doch mal die Top Ten der Bestsellercharts gelesen haben.

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Kategorien der MüHeiHaMaFraLeCha 2018

Vor ein paar Wochen habe ich euch ja eine Challenge vorgestellt, bei der ich mitmache bzw. die ich selbst gestartet habe: Die MüHeiHaMaLeCha 2018. Wer sich jetzt über den Namen wundert, guckt einfach nochmal bei dem früheren Beitrag rein. Erklärt habe ich also schon warum es geht, aber die Kategorien noch nicht verraten und das will ich heute nachholen.

Insgesamt sind es 24 Bücher, die zwischen dem 1.3.2018 und dem 28.2.2019 gelesen werden müssen. Die Werke zu 22 Kategorien kann ich mir selbst aussuchen, sofern sie hineinpassen, in diesem Jahr gibt es erstmals auch zwei Pflichtbücher:

  1. Ein Buch, dessen Autor/in den gleichen Vor- bzw. Nachnamen hat wie du selbst.
  2. Ein Buch mit dem Wort „Macht“ im Titel.
  3. Ein Buch aus dem Jahr 1968.
  4. Ein Buch in dem Berge eine zentrale Rolle spielen.
  5. Ein Buch, das in Japan spielt.
  6. Ein Buch aus dem 19. Jahrhundert.
  7. Ein Sachbuch.
  8. Ein Buch, das Zeitreisen zum Thema hat.
  9. Eine Biographie.
  10. Ein Buch von oder über Astrid Lindgren.
  11. Ein Ratgeber.
  12. Eine Kolumnensammlung.
  13. Ein Buch aus dem eigenen Geburtsjahr.
  14. Ein Buch eines/r skandinavischen Autors/Autorin.
  15. Ein Roman einer Schriftstellerinnen-Ikone.
  16. Ein Roman mit einem roten Einband.
  17. Ein Buch, das man während der letzten Challenge lesen wollte, es aber nicht geschafft hat.
  18. Ein Buch mit mehr als 1.000 Seiten.
  19. Ein Buch in dem Pflanzen im Mittelpunkt stehen.
  20. Ein Buch eines/r koreanischen Autors/Autorin.
  21. Ein Buch, das am Meer spielt.
  22. Ein Buch mit einem Titel, das nur aus einem Wort besteht.
  23. Pflichtlektüre: „Und Nietzsche“ weinte von Irvin Yalom
  24. Pflichtlektüre: „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Die Wertung am Ende der Challenge ist in diesem Jahr etwas kompliziert. Für das erste Buch aus jeder Kategorie gibt es drei Punkte, es können bis zu vier Bücher pro Kategorie in die Wertung einfließen. Im vergangenen Jahr gab es für jedes weitere Buch einen Punkt, da uns eine ehemalige Kollegin, die auch beruflich viel lesen muss, uns so abgezockt hat und ich hoffe, dass es so für die anderen auch etwas attraktiver wird, habe ich angekündigt, dass erst am Tag der Wertung ausgelost wird, welche Kategorien Extrapunkte bekommen und welche nicht. So bleibt es vielleicht etwas spannender. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

 

 

Jojo Moyes: Ein ganz neues Leben

Als vor einigen Jahren der Bestseller „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes herauskam, habe ich das Buch verschlungen und geliebt. Natürlich ist das nur eine Vermutung von mir, aber ich glaube, dass die Autorin einen Roman vorgesehen hatte und dann passiert es leider immer wieder. Wenn etwas, egal ob Buch oder Film, besonders erfolgreich ist, dann muss eine Fortsetzung her.

Als „Ein ganz neues Leben“ herauskam, war das das erste was mir in den Sinn kam, deshalb habe ich mir das Buch nicht sofort besorgt, sondern bin immer wieder drum rum geschlichen und irgendwann konnte ich dann doch nicht widerstehen, schließlich war mir Louisa ans Herz gewachsen und ich wollte einfach wissen wie es mit ihr weitergeht.

Also habe ich das Buch gekauft, begeistert angefangen es zu lesen und dann lag es auf meinem Nachtkästchen und lag da und staubte an und wurde nicht mehr gelesen und verschwand im Bücherregal. So lange bis vor wenigen Wochen der dritte Band „Mein Herz in zwei Welten“ erschien. Plötzlich hatte ich jede Menge Motivation das Buch zu lesen. Schließlich hatte ich den Blog wieder gestartet, das nächste Buch war in den Startlöchern und irgendwie hatte ich doch etwas Sehnsucht nach der Geschichte von Louisa Clark.

Abschließend muss ich sagen, ich habe es nicht bereut und weiß nicht, warum es so lange ungelesen herumlag. Das Buch ist zwar das Schwächste der Trilogie, aber mir hat es trotzdem sehr gut gefallen. Im ersten Band geht es ja darum, dass Louisa Clark einen Job annimmt bei dem sie Will Traynor, der einen Unfall hatte, im Rollstuhl sitzt und außer seinem Kopf nichts mehr bewegen kann, ein halbes Jahr lang als Assistentin unterstützen soll. So lange bis er seinem Leben ein Ende macht. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Louisa kann Will trotzdem nicht davon abhalten seinen Plan durchzuziehen.

Im zweiten Band ist sie nun alleine. Die Zeit mit Will hat sie erwachsener gemacht und er hat ihr die Augen geöffnet. Will hat der unbedarften Louisa gezeigt, dass es noch mehr auf der Welt gibt als die Kleinstand in der Nähe von London in der sie lebt. Jetzt hat sie ein kleines Appartement, das sie sich mit dem Geld gekauft hat, dass Will ihr hinterlassen hat, hat einen Kellnerinnen-Job am Flughafen und merkt, dass sie immer noch keinen ihrer Träume verwirklicht hat.

Um das Leben noch komplizierter zu machen, lernt sie plötzlich jemanden kennen, der ihren tristen Alltag heftig durcheinanderwirbelt und auch ihre Gedanken zu Will wieder in den Vordergrund rücken. Das gute daran ist, dass sie wieder neuen Lebensmut tankt und aus der Lethargie erwacht.

Tatsächlich merkt man, dass die Protagonistin viel erlebt hat und mittlerweile ganz anders reagiert als es das naive Ding im ersten Band getan hätte. Das finde ich Klasse, denn Jojo Moyes schafft es, in einem leichten Roman etwas durchaus „schweres“ unterzubringen. Auch finde ich die Figuren wieder sehr gelungen. Ich habe mit Louise mitgefiebert und mitgelitten. Auch die anderen Figuren sind einfach klasse.

Es hat wieder Spaß gemacht, Louisa in London zu begleiten. Die Missgeschicke mitzuerleben, die schwierigen Situationen, aber auch die lustigen und herzlichen. „Ein ganz neues Leben“ ist ein unterhaltsamer Roman, den ich mir gut als Urlaubslektüre vorstellen kann, vor allem wenn man nach London unterwegs ist, bei mir war er Bettlektüre und auch das hat wunderbar funktioniert. Außerdem kann ich die Kategorie „Spiegelbestseller“ in der Reading Challenge 2018 abstreichen.

Infos:

„Ein ganz neues Leben“ von Jojo Moyes ist im Wunderlich Verlag erschienen. (2015)

528 Seiten

ISBN-13: 978-3499291395

Das Hardcover kostet 19,95 Euro.

Das Taschenbuch kostet 10,99 Euro und die E-Book-Ausgabe 9,99 Euro.

Bestsellerpotential?

Absolut. Bester Rang in den Bestsellercharts: 1 in Ausgabe 41 / 2015 (Hardcover Belletristik). Ebenso ist das Taschenbuch, das 2017 erschienen ist auf den erste Platz geklettert: Rang 1 in Ausgabe 32 / 2017 (Taschenbuch).

Bei Amazon bestellen:

Dennis Scheck mag die Schmahamas-Verschwörung nicht

Lange habe ich darauf gewartet, dass Literaturkritiker Dennis Scheck sich mit einem Buch eines Youtoubers beschäftigen muss. Ich habe ja vor kurzem die „Schamahamas-Verschwörung“ von Paluten rezensiert und fand es ganz okay, mir war aber nicht ganz klar, warum das Buch in der Kategorie „Belletristik“ gelandet ist und nicht etwa bei Jugendbuch wo es meiner Meinung nach besser hingepasst hat.

Dennis Scheck nennt das Werk kein Buch, sondern einen Offenbarungseid. Den Vergleich, den der Kritiker zieht, als er den „Job“ des Youtubers beschreibt, möchte ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Tatsächlich war ich etwas fassungslos, andererseits auch fasziniert wie trocken er das rüberbringt. Über den Inhalt sagt er leider überhaupt nicht…

Aber seht selbst (ab Minuten 3:50):

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/videos/belletristik-video-106.html

 

 

 

Holm Friebe, Kathrin Passig: Das nächste große Ding

Richtig gute Kolumnen brauchen viel Hirnschmalz, doch wenn sie mit viel Wissen und einer gewissen Beobachtungsgabe geschrieben sind, dann gibt es auch viele begeisterte Leser. Mit der Berliner Zeitung hatte ich bisher nie etwas zu tun, deshalb sind mir auch die Kolumnen von Holm Friebe und Kathrin Passig leider durch die Lappen gegangen. Umso schöner finde ich, dass der Verbrecher Verlag (ja, der heißt wirklich so), einige besonders gute als Buch herausgegeben hat.

Die Sammlung ist 2006 herausgekommen, die Kolumnen wurden 2004 und 2005 in der Zeitung veröffentlicht und ich bin erst jetzt darauf aufmerksam geworden, da eine Kategorie in der MüHeiHaMaFraLeCha „Eine Kolumnensammlung“ ist. Eine gute Idee und deshalb habe ich mir ohne viele Gedanken zu machen, das dünne weiße Büchlein bestellt.

Ich muss sagen, ich war wirklich überrascht. Gut zehn Jahre alt sind die Texte, doch man meint, man steigt in eine Zeitmaschine und katapultiert sich zurück ins letzte Jahrtausend. Wenn man mal genauer nachdenkt, ist es wirklich unglaublich was in den vergangenen 10 bis 20 Jahren technisch passiert ist. Zum Beispiel vom Handy-Knochen mit dem man telefonieren, SMS schreiben und Snake spielen konnte (und auch das war zu dieser Zeit schon unglaublich) zum heutigen Smartphone, das einige Zeitgenossen nie aus der Hand zu legen scheinen.

In den Kolumnen fokussieren sich die beiden vor allem auf technische Themen, wie sich das Internet weiterentwickelt, was noch kommen wird und unglaublich ist, dass sie wirklich ein paar Dinge voraussagen, doch am spannendsten fand ich diesen Rückblick. Wisst ihr noch seit wann ihr Google nutzt? Oder seit wann es die Suchmaschine gibt? Google Maps? Google Mail? Wenn man mal darüber nachdenkt, ist mir wieder eingefallen, dass alle total heiß auf Google Mail waren und man eine Einladung brauchte.

In einer Kolumne wird auch Google Maps thematisiert, das es erst seit kurzem gab und eigentlich nur in den USA, Kanada und Großbritannien genutzt werden konnte, das es in den anderen Ländern zu viele weiße Flecken gab. Unglaublich, oder? Ich glaube ich gucke dreimal täglich auf Google Maps und kann mir kaum vorstellen wie das vorher funktioniert hat. Doch, wenn ich genauer darüber nachdenke… auch in den Zeiten bevor es Internetflats gab, war es so: Man guckte auf die Landkarte, hielt dann und wann am Straßenrand und guckte nochmal genauer drauf. Irgendwie war das ganz schön entspannende und meist ziemlich nervig.

Ich kann die Kolumnensammlung „Das nächste große Ding“ nur empfehlen. Nicht nur als kurze „Zeitreise“, sondern vor allem, um sich mal klar zu machen wie sehr wir uns selber – in unserem Medienverhalten – in den vergangenen Jahren geändert haben. Darüber mal länger als nur ein paar Sekunden nachzudenken ist es auf jeden Fall wert, würde ich sagen.

Infos:

Das nächste große Ding: Neues von den Fronten des Fortschritts von Holm Friebe und Kathrin Passig ist im Verbrecher Verlag erschienen (2007)

96 Seiten

ISBN: 9783935843683

8 Euro für das Taschenbuch

Bestsellerpotential?

Nein, denn Kolumnen sind nicht jedermanns Sache, außerdem sind die Themen auch sehr spezifisch und techniklastig. Trotzdem ein großartiges Buch!

Paluten: Die Schmahamas-Verschwörung

Jeder von uns lebt ja in seiner persönlichen Filterblase. Das Wort ist neu, doch das Konzept ist alt. Wer glaubt, er sei besonders offen und nur die Dummen dümpeln in einer Filterblase, irrt, meiner Meinung nach. Natürlich gibt es Menschen, deren Räume, in denen sie sich und ihre Gedanken bewegen, wirklich winzig sind, doch selbst wenn man sich für vieles interessiert, offen ist und immer wieder versucht seine Grenzen einzureißen, gibt es auf jeden Fall Dinge, die man nicht kennt, von denen man  nichts weiß oder die auch einfach zu kompliziert sind. Unsere Welt ist einfach zu komplex, um überall mitreden zu können.

Ich interessiere mich für vieles, spreche mehrere Fremdsprachen, bin auch technisch nicht auf den Kopf gefallen, aber ich kenne auch meine Grenzen, für Astrophysik kann ich mich nicht erwärmen, bei Volksmusik schalte ich gerne ab oder um und ich verstehe bis heute nicht wie man freiwillig Archäologie studieren kann, ich sehe da nur alte Steine. Dann wiederum gibt es Dinge, von denen ich zwar weiß, dass sie existieren, aber nie gedacht habe, dass es so einen Hype drum gibt. Dazu gehören zum Beispiel Bitcoins und YouTouber.

Umso überraschter war ich, als ich mir die Spiegelbestsellerliste in dieser Woche angesehen habe und dort einen Autor auf Platz 1 der Belletristikcharts erspähte, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Dann also kurz gegoogelt und festgestellt, dass es sich bei Paluten um einen YouTuber handelt, der schlappe 2,7 Millionen (!) Abonnenten hat. Allerdings geht es in seinem Kanal nichts um Bücher.

Nach einer etwas längeren Recherche, habe ich dann endlich verstanden was er eigentlich tut. Paluten ist ein erfolgreicher Minecraft-Spieler. Minecraft ist ein Open World-Spiel, das sehr pixelig aussieht und die Möglichkeit bietet eigene Welten zu erfinden. Das macht Paluten mit viel Elan und hat „Freedom“ erschaffen und besteht dort mit seiner Freedom Squad viele Abenteuer. Während er es spielt, gucken andere Leute, vor allem Jugendliche, zu und finden das sehr unterhaltsam. Höchstwahrscheinlich bestreitet er damit seinen Lebensunterhalt.

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Kein Wunder, dass sich das Buch so schnell so gut verkauft hat, denn Paluten ist ja nicht doof und hat auch in seinem Youtube-Kanal dafür geworben, bisher ist das Video 287.188 mal aufgerufen worden (Stand 15.04.2018). Da kann jeder Autor nur von träumen. Das Video ist neun Tage vor der Veröffentlichungstermin des Buches erschienen.

Aber worum geht’s denn eigentlich? Die Hauptfigur Paluten hat eine Reise auf die Schmahamas gewonnen, soll aber gleichzeitig noch einen Auftrag ausführen. Auf der Insel auf der die Schmalamas wohnen, kommt es zu Schwierigkeiten und Paluten und seine Freunde stürzen sich in Abenteuer.

Das Buch ist ganz nett geschrieben, kein Wunder, denn Paluten hat sich einen Autor als Unterstützung geholt, das gibt er in seinem Video auch zu. Herausgekommen ist eine nette Abenteuergeschichte, die aus meiner Sicht vor allem für Kinder spannend ist. Andererseits gibt es natürlich einen großen Fanhype um Paluten. Sowohl ihn als Youtuber als auch die Figur, die auch Paluten heißt, die immer in den Spielen rumläuft und deshalb ist die Zielgruppe wahrscheinlich etwas älter, ich vermute vor allem Jugendliche und junge Erwachsene folgen dem Kanal.

Guckt man sich die Bewertungen auf Amazon an, derzeit 4,8 von 5 Sternen, und die Kommentare, handelt es sich ausschließlich um Fans, die sich freuen, dass der Youtuber auch Insidersprüche in dem Buch verwendet hat oder Eltern, die sich freuen, dass ihre Kinder auch mal lesen. Zu den Insidern kann ich natürlich nichts sagen, ich wollte mir zur Recherche nicht alle Videos angucken. Schließlich existiert der Kanal schon seit 2012 und an manchen Tagen veröffentlicht Pdizzle, wie er sich auch nennt auch mal zwei Videos. Das ist also schon eine Menge zusammengekommenp. Wer darauf aber Lust hat, kann das tun, denn im Buch gibt es in Fußnoten immer wieder verweise auf die entsprechenden Folgen.

Insgesamt ist das Buch nicht schlecht, ich finde aber, die Zielgruppe sind eher Kinder und Jugendliche und deshalb habe ich mich schon gewundert, dass „Die Schahamas-Verschwörung“ nicht bei Jugendbüchern geführt wird, schließlich gibt es dafür ja eine eigene Bestsellerliste. Hervorzuheben sind die Wirklich sehr gelungen Zeichnungen der Illustratorin Irina Zinner.

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Spannend finde ich vor allem was andere Buchblogger oder Literaturkritiker über das Buch sagen und vor allem, ob andere Youtuber jetzt auch das Buch für sich entdeckt haben. Vielleicht hat ja auch jemand eine Antwort darauf, ob Menschen, die gerne Youtube-Videos gucken lieber E-Books kaufen oder dann doch die Printversion. Viele Rezensionen habe ich noch nicht gefunden.

Allerdings hat sich sogar der Spiegel dem Buch von Paluten angenommen, sonst kommen Youtuber da ja nicht so häufig vor. Auch Deutschlandfunk Kultur hat sich in der Sendung „Lesart“ mit dem Buch beschäftigt.

Am meisten freue ich mich aber darauf, dass Dennis Scheck in der Sendung „Druckfrisch“ die neue Top Ten Belletristik und damit auch „Die Schmahamas-Verschwörung“ rezensiert. Bei dem Gedanken, dass der Literaturkritiker in dem Buch schmökert und sich Notizen macht, muss ich ja schon schmunzeln, aber vielleicht zieht er sich auch noch ein paar Youtube-Video von Paluten rein, um mehr über den Autor zu erfahren. Die Vorstellung treibt mir das Wasser in die Augen. Die nächste Sendung ist am 29.4.2018 und ich zähle wirklich schon die Tage.

Infos:

Die Schmahamas-Verschwörung : Ein Roman aus der Welt von Minecraft Freedom von Paluten und Klaas Kern, Illustratorin Irina Zinner, Community Editions (29. März 2018)

160 Seiten

ISBN-13: 978-3960960348

12,- Euro für das Hardcover, die E-Book-Ausgabe kostet 9,99 Euro.

Bestsellerpotential?

Ja, denn Paluten hat so viele Fans, da ist es eigentlich egal was er schreibt. Tatsächlich hat er geschafft mit seinem ersten Buch gleich in der ersten Woche Platz 1 der Bestsellercharts erklimmen (Rang 1 in Ausgabe 15 / 2018, Hardcover Belletristik).

Bestseller lesen

Wer bestimmt eigentlich was ein Bestseller ist und warum heißt mein Blog „Deutsche Bestseller“? Das Wort „Bestseller“ heißt ja soviel wie „hat sich ziemlich gut verkauft“ und natürlich ergeben sich die Bestsellercharts in Deutschland aus den verkauften Büchern. Wir Menschen haben ja irgendwie diesen Drang in uns, alles zu bewerten und das beste zu suchen, an Wettbewerben teilzunehmen und zwar nicht weil es Spaß macht, sondern um zu ermitteln wer der beste ist.

Künstlerische Werke wie Musik oder Literatur lassen sich offenbar dadurch einordnen, indem man schaut wie gut sich das jeweilige Buch oder die CD verkauft. Dadurch ergeben sich die Charts , die natürlich keinerlei Qualitätsurteil bieten können, sondern nur widerspiegeln wie erfolgreich es verkauft wurde. Da spielen verschiedene Dinge mit rein, zum Beispiel der Bekanntheitsgrad der Autoren, wie viel Werbung für das Buch gemacht wurde oder ob es den aktuellen Publikumsgeschmack trifft.

Büchercharts gibt es in Deutschland seit 1961. Seitdem hat das Magazin „Der Spiegel“ die Charts veröffentlicht. Seit 1971 ermittelt der Buchreport das Ranking im Auftrag des Spiegels. Knapp zehn Jahre später ist eine eigene Bestsellerliste für Taschenbücher erstellt worden, seit 2002 gibt es dank des Manager Magazins auch eine Liste für Bücher aus dem Themenbereich Wirtschaft, danach kam ein Ranking für Kinder- und Jugendbuch, das mittlerweile in Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch aufgesplittert ist. Dann kamen eigene Bestsellerlisten für DVDs und Hörbücher sowie Paperbacks. Die Infos gibt’s alle unter buchreport.de.

Vor einigen Jahren hatte ich die Idee die Spiegel-Bestsellerliste, die wöchentlich aktualisiert wird, komplett zu lesen, um zu wissen, was gerade „in“ ist, worüber die Leute reden und warum manche Bücher auf dieser Liste landen. Alle Bestsellerlisten durchzulesen, -hören und -gucken ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeiten, also habe ich mich dazu entschieden den Fokus auf die Hardcoverliste zu legen, denn dort landen schließlich die Neuerscheinungen.

Spannend ist ja wirklich, dass man an dem, was gerade so in ist – auch bei Büchern – so ein bisschen die derzeitige Stimmung in der Gesellschaft ablesen kann. Zum Beispiel, wenn Biographien herauskommen und diese entweder nur ganz kurz in den Charts aufploppen oder richtiges Interesse besteht, wenn sie sich viele Monate halten. Einen Aha-Moment hatte ich vergangene Woche als auf Platz 1 der Belletristik-Charts das Buch „Freedom – Die Schmahamas-Verschwörung“ stand, ein Buch von einem Autor namens Paluten. Noch nie gehört habe ich mir gedacht und nach kurzer Recherche herausgefunden, dass es sich um einen sehr erfolgreichen Youtouber handelt. Mittlerweile – in der zweiten Woche – ist das Buch auf Platz 2 abgerutscht, hat aber mit Ferdinand von Schirach auch einen harten Gegner.

Schade finde ich, dass man nirgend erfährt, wieviele Bücher tatsächlich verkauft wurden. Da sollte man doch noch ein bisschen nachbessern. Was meint ihr? Würde ich von buchreport.de eine Antwort auf diese Frage bekommen? Ich versuche es einfach mal und werde dann berichten, ob und was dabei herausgekommen ist. Vielleicht weiß ja jemand von euch mehr darüber? Würde mich freuen, wenn ihr euch meldet

Sehr schön, fand ich übrigens den Artikel von Jörg Magenau. Den faszinieren Bestseller nämlich ebenso:

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/joerg-magenau-ein-ganzes-buch-ueber-bestseller-a-1194859.html

„Gut gegen Nordwind“ wird verfilmt

Der E-Mail-Roman von Daniel Glattauer gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Langsam, mit leisem Humor und starken Gefühlen erzählt er die Geschichte von zwei Fremden, die sich über eine verirrte E-Mail kennen lernen und ihre Leben sich kreuzen – auch in der Realität. Eine absolute Leseempfehlung und da das Buch bei mir immer noch im Regal steht, werde ich es mir mal wieder schnappen.

Auf der Seite der Neuen Ruhrzeitung (NRZ) habe ich heute die Meldung gelesen, dass das Buch für das Kino verfilmt wird – mit Nora Tschirner in einer der Hauptrollen und dass 800 Komparsen gesucht werden. Allerdings in Düsseldorf, denn dort wird wohl in den kommenden Wochen gedreht.

Den männlichen Part soll Alexander Fehling übernehmen und ich bin wirklich gespannt wie der Film am Ende wird, denn es gibt ja Themen, die eignen sich besser fürs Lesen, andere dagegen muss man zeigen. Bislang dachte ich, dass gerade diese schöne E-Mail-Korrespondenz dem Buch vorbehalten bleiben müsste, wenn ich dann aber wieder etwas in meinem Gedächtnis krame, muss ich ja zugeben, dass es das mit den E-Mails auch schon in Hollywood gab: „E-Mail für dich“ mit Tom Hanks und Meg Ryan, ein schnulziger Liebesfilm, der tatsächlich schon 20 Jahre auf dem Buckel hat!

Das Buch von Daniel Glattauer ist ehrlicherweise auch nicht ganz neu, sondern von 2006 also auch schon zwölf Jahre alt. Ich bin auf jeden Fall gespannt was dabei herauskommt. Laut dem Artikel der NRZ soll der Film von Mitte April bis Anfang Juni in Düsseldorf und Umgebung gedreht werden. Dazu braucht das Filmteam aber noch 800 Komparsen, darunter Männer, Frauen und Kinder. Das Casting ist am Samstag Nachmittag, alle Infos gibt’s auf der Seite der NRZ. Vielleicht geht ja jemand hin und kann dann über die Dreharbeiten berichten?

Quelle:

NRZ (Neue Ruhrzeitung)

Rita Steininger: Für helle Köpfe

Neben viel Belletristik lese ich gerne auch Sachbücher, vor allem wenn sie gut geschrieben sind und man was dabei lernt. Die Autorin Rita Steininger habe ich im Januar bei einem Seminar kennen gelernt. Es ging einen Tag lang um das Thema „Sachbücher schreiben“, denn damit befasse ich mich gerade. Rita Steininger hat jahrelange Erfahrung, insgesamt mehr als 10 Sachbücher verfasst, das Seminar war nicht schlecht und um mal zu gucken, was sie selbst schon veröffentlich hat, habe ich mir neuestes Werk „Für helle Köpfe“ in der Münchner Stadtbibliothek besorgt.

Zum Einen streift das Thema auch mein Schreibthema, zum Anderen hat die Autorin uns – auch anhand dieses Beispiels – erklärt, wie das Exposé ausgesehen hat und wie sie den Verlag vom Titel überzeugt hat. Der schmale Band hat nur 128 Seiten und ist 2017 erschienen. Im Untertitel „Fitness fürs Gehirn“ steht auch schon alles was man über den Inhalt wissen muss. In dem Buch wird anhand der neuesten Forschung vorgestellt wie man sein Hirn fit halten kann und das funktioniert nicht, in dem man jeden Tag Sudoku macht und Gedichte auswendig lernt, sondern indem man Sport macht, sich gut – mit viel „Brainfood“ – ernährt und seine grauen Zellen immer wieder fordert.

Gut gefallen hat mir der sachliche, aber auch durchaus unterhaltsame Schreibstil. Es gibt viele Tipps zum Beispiel auch Rezepte und viele Übungen, die sowohl den Körper als auch das Gehirn fit machen sollen, trotzdem hat mich das Buch nicht überzeugt. Meiner Meinung nach, sind die Erkenntnisse nicht neu, jeder der sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hat, weiß wahrscheinlich 90 Prozent des Inhaltes sowieso. Ich brauche zum Beispiel keine Erklärung, was der Unterschied zwischen Walking und Nordic Walking ist und mit Mnemotechniken habe ich mich schon deutlich intensiver auseinandergesetzt, als es eine Seite in dem Buch vermag.

Insgesamt ist es eine gelungenes Buch mit vielen Infos, aber wahrscheinlich eher für diejenigen, die sich zum ersten Mal mit dem Thema befassen. Manchmal kommt es etwas altbacken daher, wenn zum Beispiel ein Tipp ist, dass man seinen Computer früh ausmachen muss, damit man gut schlafen kann und auch ein Wecker mit leuchtenden Ziffern störend wirken kann, aber Smartphones, die mittlerweile die Wecker in Deutschen Haushalten verdrängt haben, nicht mit einem Ton erwähnt werden. Wer erste Infos über das wirklich spannendes Thema sucht, der findet kompaktes Wissen innerhalb kürzester Zeit, das nicht kompliziert rüber kommt. Wie gesagt, waren mir die Infos zu grundlegend, nett fand ich am Schluss aber, dass ihre Flamencolehrerin sie zu dem Buch inspiriert hat, denn Tanzen – klar, ihr wisst es schon – ist auch prima für das Gehirn.

Infos:

Für helle Köpfe: Fitness fürs Gehirn von Rita Steiniger, Patmos Verlag (2017)

128 Seiten

ISBN-13: 978-3843609371

13,- Euro

Bestsellerpotential?

Eher nicht, denn es ist schade, aber es interessieren sich immer noch viel zu wenige Menschen dafür wie sie – auch geistig – lange Zeit fit bleiben können, trotzdem für die breite Masse geeignet.