Die Reading Challenge 2016…

… ist leider schon vorbei. Trotzdem wollte ich gerne nochmal einen Blick darauf werfen. Die gelesenen Bücher werden hier schließlich auch noch rezensiert. Außerdem ist es ja eine schöne Erinnerung wann man welches Buch entdeckt hat.

Aber zuerst noch ein paar Worte zur „Reading Challenge“. Die läuft nämlich komplett, naja, fast komplett offline ab.

Gefunden habe ich sie bei einer Freundin aus Wien, als ich sie im vergangenen Jahr besucht habe (da war sie allerdings gerade noch in Straßburg, aber das nur am Rande). Jedenfalls bin ich auf einen Zettel an einer Pinnwand gestoßen. Darauf standen viele Kategorien und interessante Buchtitel.

Das Prinzip ist ganz einfach. Seit einigen Jahren macht sie das mit ihrem Mann und ein paar Freunden zusammen. Anfang des Jahres denkt sich jeder ein paar Kategorien aus, insgesamt 30, und dann gilt es alle 30 Kategorien mit passenden Büchern zu füllen. Und dann Anfang des folgenden Jahres gibt’s ein Treffen bei dem alle viel über ihre Bücher sprechen.

Schöne Idee. Da wollte ich gerne dabei sein. Und durfte!

Ich bin erst im April eingestiegen und hatte viel um die Ohren, deshalb habe ich nicht alles geschafft, aber trotzdem ein paar schöne Entdeckungen gemacht, die ich nicht missen will.

Hier also mein Ergebnis der Reading Challenge 2016: (fett gedruckt sind die Bücher, die ich gelesen habe, bei manchen Kategorien hatte ich aber immerhin ein Idee)

1. Ein Roman aus dem Reich-Ranitzky Kanon – Theodor Fontane, „Frau Jenny Treibel“

2. Ein Roman von einem österreichischen Autor, einer österreichischen Autorin – Thomas Glavinic, „Das bin doch ich“

3. Ein Roman, der ein Märchen oder einen Klassiker neu erzählt oder als Grundlage hat – Nicolas Mahler, „Alice in Sussex“

4. Ein Buch mit einem Tier am Cover – Juli Zeh, „Unterleuten“

5. Ein Roman, in dem die Hauptperson deinen Beruf hat – Helmut Kuhn, „Gehwegschäden“

6. Ein Werk eines Nobelpreisträgers, einer Nobelpreisträgerin – Mo Yan, „Der Überdruss“ oder Alice Munro, „Ferne Verabredungen“

7. Ein Buch empfohlen von einem deiner Mitstreiter

8. Ein Science-Fiction-Buch, älter als 50 Jahre

9. Ein Buch von einem Autor, einer Autorin aus Afrika – Chimamand Ngozi Adichie, „Die Hälfte der Sonne“

10. Ein Buch von einem Autor, einer Autorin aus Asien oder Ozeanien – Xifan Yang, „Als die Karpfen fliegen lernten“

11. Den zweiten Teil einer Trilogie

12. Ein Buch in dessen Titel mindestens 4 Buchstaben deines Vornamens vorkommen – Maria Anna Leenen, „Ganz weit draußen“

13. Ein Buch, das dich zum Lachen (Lächeln) bringt – Joachim Meyerhoff, „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

14. Ein Buch, das dieses Jahr erschienen ist – Thomas Glavinic, „Der Jonaskomplex“

15. Ein Buch, das vor mindestens 100 Jahren erstmals erschienen ist – Thomas Mann, „Buddenbrocks“

16. Ein Buch mit Kurzgeschichten – Saša Stanišić, „Fallensteller“

17. Ein Buch, das man beim Stöbern in einer Buchhandlung entdeckt hat – Ray French, „Ab nach unten“

18. Ein Buch aus dem Oprah Bookclub – Leo Tolstoi, „Anna Karenina“

19. Ein Buch, in dem Vampire vorkommen – Juan Ignacio Carrasco, „Entre nosotros“

20. Ein Buch, das von einer Berühmtheit geschrieben wurde – Dieter Nuhr, „Nuhr auf Sendung II: Ein Radiotagebuch“

21. Ein Buch, das von einer Person geschrieben ist, welche unter mehreren Namen veröffentlicht – Marc Elsberg, „Helix“

22. Ein Buch, das mit einem Mord beginnt – Rita Falk, „Leberkäsjunkie“

23. Ein Buch mit weniger als 150 Seiten – Axel Hacke, „Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“

24. Ein Buch vom/mit/über/ums Essen – Michael Rosenberger, „Wie viel Tier darf’s sein“

25. Ein Buch von einem Autor, einer Autorin aus Südamerika – Juan José Saer, „La pesquisa“

26. Ein Buch von einem Autor, einer Autorin aus dem Nahen oder Mittleren Osten – Abbas Khider, „Die Orangen des Präsidenten“

27. Ein Buch mit/über/um Musik – Andreas Martin Hofmeir, „Kein Aufwand“

28. Ein Buch, das Du innerhalb eines Tages liest (> 100 Seiten) – Washington Irving, „Sleepy Hollow“

29. Ein Buch mit einem Frauennamen im Titel – Hayao Miyazaki, „Nausicaä – aus dem Tal der Winde 1“

30. Ein Buch eines Autors, einer Autorin, der/die nicht älter als 40 Jahre wurde.

Zusatzpunktbuch:

Ein Buch mit einem grünen Cover – Virginia Wolf, „Mrs Dalloway“

Ihr seht also, ich habe nicht wirklich geschafft, aber mir doch einige Gedanken gemacht und ein bisschen recherchiert was ich so alles lesen könnte. Bei manchen Kategorien habe ich erst gar keine Ahnung gehabt und dann mit Freunden diskutiert und so ergeben sich auch spannende Ideen.

Also, nachmachen ist auf jeden Fall erlaubt!

Und ich werde in den kommenden Wochen die Rezensionen nachreichen und vielleicht auch die fehlenden Bücher lesen.

 

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Saša Stanišić: Fallensteller

IMG_20170406_000710.jpgIch liebe Romane.

Kurzgeschichten? Erzählungen? Fragmente? Die schreibe ich selbst, weil ich mich noch nicht an einen Roman herangetraut habe. Aus meiner Sicht also etwas für Anfänger, nicht für Profis. Diese Meinung habe ich wahrscheinlich auch, weil ich bisher eigentlich fast nichts aus diesem Genre gelesen habe (Yoko Tawada hatte mich tatsächlich mal eines besseren belehrt).

Trotzdem bin ich mit einer gehörigen Portion Skepsis an das Buch herangegangen. Hinzu kam noch, dass mir Saša Stanišić kein Interview geben wollte, da „er bereits eins geben würde und pro Termin geht nur eins“. (Ich hatte ihn beruflich angefragt) Dann habe ich angefangen „Fallensteller“ angefangen zu lesen und kam so überhaupt nicht rein. Es war frustrierend und fast war ich soweit das Genre „Kurzgeschichte“ wieder ganz weit von mir wegzustoßen.

Doch dann kam die Lesung von Saša Stanišić im Münchner Literaturhaus. Die wollte ich natürlich nicht verpassen, wenn ich schon kein Interview bekommen habe. Und da war der Autor so sympatisch und hat seine Geschichten und Protagonisten zum Leben erweckt, dass ich nur staunen konnte.

Nach der Lesung habe ich das Buch verschlungen und war etwas traurig als ich fertig war. Und am Schluss bin ich zwiegespalten.

Fand ich das Buch nur gut, weil ich – wenigstens einen Teil – mit der Stimme des Autors gehört habe? Fand ich das Buch nur schlecht, weil ich kein Interview bekommen habe? Muss ein Buch bzw. die Geschichten darin, müssen sie nicht immer funktionieren? Egal wie die äußeren Umstände sind?

Ehrlich gesagt, kann ich die Fragen nicht beantworten. Jedenfalls nicht in diesem Fall. Ich weiß – jedenfall jetzt – dass die Geschichten wahrscheinlich eher kein Amateur so hingekriegt hätte. Ich finde „Fallensteller“ ist gute Unterhaltung mit Anspruch. Es gibt viele witzige Stellen und nur weil es ein Band mit Kurzgeschichten ist, heißt das nicht, dass man nach jeder Erzählung eine Pause machen sollte und das Buch weglegen.

Ganz im Gegenteil. Da manche Geschichten weiter erzählt werden, lohnt es sich eigentlich gar nicht aufzuhören. Einfach weiterlesen. Bis zu schluss. Das lohnt sich!

Weitere Rezensionen findet ihr hier:

Bei der Wochenzeitung Zeit

83 von 100 Punkten vergibt Belletristik-Couch.de

Peter liest…

Die aktuellen Büchercharts – 14/2017

Auf den erste Plätzen der deutschen Büchercharts, die der Buchreport für den Spiegel ermittelt, finde ich ein paar alte Bekannte. Jussi Adler-Olsen, Carlos Ruiz-Zafón, Martin Suter, Zsusza Bánk, Sebastian Fitzek und Paul Auster. Von allen habe ich schon etwas gelesen, allerdings noch keins der aktuellen Bestseller. Zsusza Bánk schätze ich besonders, deshalb besorge ich mir zuerst ihr neues Buch und hoffe, dass die Rezension bald folgt.

Und hier der Überblick für die Woche 14/2017

Belletristik

1. Jussi Adler Olsen, Selfies

2. Carlos Ruiz Zafón, Das Labyrinth der Lichter

3. Martin Suter, Elefant

4. Ellena Ferrante, Meine geniale Freundin

5. Julian Barnes, Der Lärm der Zeit

6. Zsuzsa Bánk, Schlafen werden wir später

7. Sabine Ebert, Schwert und Krone. Meister der Täuschung

8. Ellena Ferrante, Die Geschichte eines neuen Namens

9. Sebastian Fitzek, Das Paket

10. Paul Auster, 4 3 2 1

Sachbücher

1. Robin Alexander, Die Getriebenen

2. Eckhard von Hirschhausen, Wunder wirken Wunder

3. Leonhard Horowski, Das Europa der Könige

4. Cameron Bloom und  Bradley Trevor Greive, Penguin Bloom

5. Roger Willemsen, Wer wir waren

6. Peter Wohlleben, Das geheime Leben der Bäume

7. Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

8. Yuval Noah Harari, Homo Deus

9. Zana Ramadani, Die verschleierte Gefahr

10. Kester Schlenz, Mutti baut ab

Quelle: buchreport.de

 

 

365 Bücher von starken Frauen

Viele_Buecher

Deutschland ist eins der modernsten Länder, wir haben eine Bundeskanzlerin, viele Frauen in Chefpositionen, trotzdem gibt es noch viele Bereiche in denen es hakt. Man nehme zum Beispiel die berühmte  „Lohnlücke“ auf die der Equal Pay Day vor knapp zwei Wochen aufmerksam gemacht hat.

Auch mit Blick auf die Literatur gibt es mehr Autoren als Autorinnen – außer in manchen Genres wie Liebesroman – vor allem wenn man weiter in Zeit zurück geht.

Die New York Public Library hat zum Internationale Frauentag in diesem Jahr (8. März) eine Liste mit 365 Büchern von Autorinnen erstellt. Die Links auf der Seite führen natürlich in den Katalog der New Yorker Bücherei, die Liste fand ich aber trotzdem sehr interessant und hoffe ich kann einige gute Sachen entdecken. Klar, kommen ein paar bekannte Namen vor, aber viele der Autorinnen sagen mir erstmal nichts, also freue ich mich über neuen Input.